Gebäude und Straßen im Wandel der Zeit

Burgdorf / Marktstraße 50 – 1909 / 2020

Die Marktstraße 50 im Jahre 1909: in diesem Gebäude befand sich einst ein „Gasthaus & Ausspann“ von Carl Twele.

Der Ausspann ist eine früher übliche Bezeichnung für ein Gasthaus oder eine Schänke an alten Handelsstraßen, das Raum zur Unterbringung von Pferden und Wagen der Reisenden bot. Im heutigen Sprachgebrauch ist das Verb ausspannen (sich erholen, entspannen) noch gebräuchlich, obwohl sein wörtlicher Sinn verlorengegangen ist.

Ob hier tatsächlich Stallungen für Pferde existierten, lässt sich heute leider nicht mehr recherchieren. Möglicherweise lagen die Gebäude zur Unterbringung von Kutschen und Pferden auf der Rückseite des Gebäudes und waren über die Mittelstraße zu erreichen. Dafür sprechen auch das zusätzliche Gebäude im Innenhof (siehe Karte ganz unten). Vielleicht aber war hier der Begriff „Ausspann“ auch nur schon im heutigen Sinne gemeint und sollte Gäste zum „Ausspannen“ einladen.

Carl Twele, Gast- und Landwirt, 26.11.1867 – 13.02.1932, hatte die hinteren Räume an seinen Schwiegersohn, dem späteren Ratsherrn Willibald Kastner, zur Betreibung einer KFZ-Werkstatt mit Autovermietung verpachtet.
Am 1. Februar 1933 eröffnete die AOK in den ehemaligen Gasträumen ihr Büro.
In die ehemalige KFZ-Werkstatt in der Mittelstraße zog 1953 die Mietwäscherei „Edelweiß“.

Das Foto von 1909 zeigt von links: Schornsteinfeger Rühmling, Johanne Twele (1874-1923) mit Tochter Hildegard Rohde (1907-1972), Mutter des Lokaljournalisten Paul Rohde, unbekannt, Hausangestellte Olga Groß, Gertrud Kastner (1903-1978), Frau Rühmlich mit Ilse Bollmann (1901-1992) und Serviererein Marie Ahrens. Hildegard, Gertrud und Ilse waren Schwestern. Rechts im Fenster Carl Twele. Die Enkeltochter von Gertrud ist Claudia Hoppe, der das Haus heute gehört und die auch dort wohnt.

Außerdem befand sich zu dieser Zeit ein Schuhgeschäft in diesem Gebäude.

Heute befinden sich ein Nagelstudio sowie ein Fachgeschäft für Dekorationsartikel in diesem Gebäude

Marktstraße 50 1909 / 2020 (Quelle: Privat)
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Marktstraße 50

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Marktstraße 50 52.446770, 10.008261

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Das Foto von 1909 zeigt von links: Schornsteinfeger Rühmling, Johanne Twele (1874-1923) mit Tochter Hildegard Rohde (1907-1972), meiner Mutter, unbekannt, Hausangestellte Olga Groß, Gertrud Kastner (1903-1978), Frau Rühmlich mit Ilse Bollmann (1901-1992) und Serviererein Marie Ahrens. Hildegard, Gertrud und Ilse waren Schwestern. Rechts im Fenster Karl Twele. Die Enkeltochter von Gertrud ist Claudia Hoppe, der das Haus heute gehört und die auch dort wohnt.

Karl Twele, Gast- und Landwirt, 26.11.1867 – 13.02.1932, hatte die hinteren Räume an seinen Schwiegersohn, dem späteren Ratsherrn Willibald Kastner, zur Betreibung einer KFZ-Werkstatt mit Autovermietung verpachtet.
Am 1. Februar 1933 eröffnete die AOK in den ehemaligen Gasträumen ihr Büro.
In die ehemalige KFZ-Werkstatt in der Mittelstraße zog 1953 die Mietwäscherei „Edelweiß“.

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